Trans*-parent IX – XIII / Heute / In der Beratungsstelle

 
IX
 
 
Ein nicht-binärer
Trans*-Mensch berät uns: Robin.
Nicht Mann und nicht Frau?
 
 
*
 
 
Robins Stimme klingt
weiblich. – Eine Frau ist R.
aber trotzdem nicht!
 
 
*
 
 
Ich möchte wissen,
wie es sich anfühlt, weder
Frau noch Mann zu sein!
 
 
*
 
 
Natürlich frage
ich nicht danach. Hier geht es
um Jojos Namen!
 
 
 
X
 
 
Zwei Gutachten sind
erforderlich. Man reicht sie
beim Amtsgericht ein.
 
 
*
 
 
Dann aber wandern
meine Gedanken zurück –
zu den Begriffen.
 
 
*
 
 
Nicht-binär und trans* ?
Genau! Wozu soll man sich
einordnen lassen?
 
 
*
 
 
Weshalb soll man sich
einordnen lassen – ein ein
binäres System?
 
 
*
 
 
Das muss man gar nicht!
Man kann seinen Weg jenseits
der Rollen finden!
 
 
 
XI
 
 
Könnte Jojo nicht
ebenfalls nicht-binär sein?
Doch das will er nicht!
 
 
*
 
 
Er möchte – ganz klar –
und ganz eindeutig – als Mann
bezeichnet werden!
 
 
*
 
 
Das verstehe ich!
Das würde ich auch wollen –
wenn ich er wäre!
 
 
*
 
 
Schritt für Schritt werden
wir uns durch den Dschungel des
Papier-Krams kämpfen!
 
 
*
 
 
So verfahren wir. –
Ein Amtsgerichtsverfahren
erwartet uns nun.
 
 
*
 
 
Robin beruhigt uns:
Solche Verfahren dauern
meistens nicht lange!
 
 
*
 
 
Umfassend, freundlich
und kompetent beriet uns
Robin. Tausend Dank!
 
 
 
XII
 
 
Zu Hause kehren
meine Gedanken zurück –
zur trans* – Beratung.
 
 
*
 
 
Robin fasziniert
mich! Lange noch denke ich
über ihn / sie nach!
 
 
*
 
 
Er widersetzt sich
– oder sie widersetzt sich –
allen Begriffen!
 
 
*
 
 
Viel Mut und Stärke
steckt in diesem Widerstand!
Wie bewundernswert!
 
 
*
 
 
Viel Mut und Stärke
wünsche ich auch meinem Kind!
Und die hat es auch!
 
 
 
XIII
 
 
Viel Mut und Stärke
brauchen wir alle, um uns
zurechtzufinden!
 
 
*
 
 
Die Komplexität
des Themas überrascht mich –
immer aufs neue!
 
 
*
 
 
Und immer wieder
suche und entdecke ich
neue Begriffe!
 
 
*
 
 
Irgenwann werde
ich eine trans*-Expertin sein!
Doch das dauert noch!
 
 
*
 
 
Am besten aber
gefällt mir der Gedanke,
nicht-binär zu sein!
 
 
*
 
 
Menschen sind komplex –
viel zu komplex für starre
Kategorien!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 
Hannah

23.11.2017

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Nicht mehr / an dich!

 
 
In dein Schweigen fällt
mein ungeborgenes Wort –
vollkommen – haltlos –
 
 
*
 
 
Hast du nicht gelernt,
den Worten Halt zu geben,
den Unsicheren?
 
 
*
 
 
Spürst du nicht ihre
Unsicherheit, ihre Angst?
Doch! Du spürst sie: doch!
 
 
*
 
 
Unliebsam: mein Wort,
meine haltlosen Ängste,
die Unsicherheit?
 
 
*
 
 
Unliebsam: für mich!
Doch ich mache das Beste
daraus: ein Gedicht!
 
 
*
 
 
Wenn du mein Gedicht
nun auch noch fallen läßt – was
dann? Dann schreibe ich –
 
 
*
 
 
– weiter, doch nicht mehr –
an dich! –

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

22.11.2017

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Die Liebe / Hoch – über dem Abgrund

für Simone
 
 

I
 
 
Hell: die Melodie,
die Untertöne: dunkel:
so klingt – dein Gedicht!
 
 
*
 
 
Dunkel: der Abgrund,
doch lockend, so verlockend –
und geheimnisvoll!
 
 
*
 
 
In deinen Tiefen
erwachte die Liedenschaft,
Liebe, zum Leben!
 
 
*
 
 
Liebe, nun wachst du
des nachts, singst dein hell-dunkles,
tiefes Liebeslied!
 
 
 
II
 
 
Ach, deine Stimme
erklingt hell in dunkler Nacht –
hoch – über dem Abgrund!
 
 
*
 
 
Liebe, Simone,
sucht und findet ihren Weg –
in deine Worte!
 
 
*
 
 
Gut aufgehoben,
geborgen liegt die Liebe –
in deinen Worten!
 
 
*
 
 
In deinen Worten
liegt sie – wie in den Armen
einer Geliebten!
 
 
*
 
 
Hell brennt das Feuer
deiner Worte der Liebe –
im Dunkel der Nacht!
 
 
 
III
 
 
Erhalte es dir
am Leben, meine Liebe –
dein Worte-Feuer!
 
 
*
 
 
Des nachts wird es dich
wärmen – und deine Worte
zum Leuchten bringen!
 
 
*
 
 
Über dem Abgund –
stehst du, liebst du, singst du – doch
hinab – fällst du – nicht!
 
 
 
IV
 
 
Dunkel, verlockend:
der Abgrund deiner Liebe!
Doch steigst du – hinab?
 
 
*
 
 
Doch steigst du hinab,
verschlingt dich die Dunkelheit –
und erstickt: dein Lied!
 
 
*
 
 
All deine Liebe
findet sich wieder: im Wort!
Dort gehört sie hin!
 
 
*
 
 
Solange du nur
schreibst – über dem Abgund – hoch
oben – bist du frei!
 
 
*
 
 
Nicht schwindelfrei, doch
frei – wirst du sein, Simone!
Bald schreibst du dich – frei!
 
 
V
 
 
 
Hell-dunkel: dein Wort –
hell-dunkel: wie das Leben –
und wie die Liebe!
 
 
*
 
 
Laß deine Töne –
hoch und tief, hell und dunkel –
weiter – erklingen!
 
 
*
 
 
Liebe, die Liebe
liegt – geborgen – in deinen
Worten: leuchtend, hell!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

22.11.2017

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Stilleben in Rot

 
 
Rot: der Wein im Glas,
der Schein der Lampe, das Herz
meiner Gedichte!
 
 
*
 
 
Rot: das samtene
Kissen, der samtige Wein,
der mir durchs Blut rauscht!
 
 
*
 
 
Rot: die fallenden
Blätter, rosig: Licht und Haut
im Schein der Lampe
 
 
*
 
 
Rot: die Glut – und rot:
das Feuer-Wort! Rot: die Glut
in der dunklen Nacht!
 
 
*
 
 
Rot: meine Liebe
zu deinen Worten, die blau
aufflackern – des nachts!
 
 
*
 
 
Rot: der Gedanke
an die Liebe – im warmen
Schein – der Lampe

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

21.11.2017

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Lass nun die Worte / Lass nun die Zeit

 
für mich und für dich
 
 
Lass nun die Worte
reifen, sich entwickeln und
ruhen – für heute!
 
 
*
 
 
Lass nun die Zeit
sich in Ruhe entwickeln!
Ruhe – in der Zeit!
 
 
*
 
 
Greife der Zeit nicht
vor, nicht voraus – denn hinter
der Zeit – ruht – das Wort!
 
 
*
 
 
Lass dich nun von ihr,
von der Zeit, überraschen,
berühren, treffen!
 
 
*
 
 
Dann aber lass sie
in Ruhe wirken, die Zeit,
die nun ruhen mag!
 
 
*
 
 
Herbst: Zeit der Ruhe
und Zeit der Reife zugleich.
Zeit der Farbe: Rot!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 
Hannah

21.11.2017

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