Endlich: der Sommer!

 
 

Endlich: der Sommer,
sein sonnendurchwirktes Grün,
sein Gold und sein Blau!
 
 
*
 
 
Endlich: dieses Licht,
diese Wärme, diese Glut!
Endlich: die Wort-Flut!
 
 
*
 
 
Endlich: die Freude,
auf dieser seltsamen Welt
weilen zu dürfen!
 
 
*
 
 
Endlich: der Juni!
Endlich: der Junimondschein!
Endlich: diese Nacht!
 
 
*
 
 
Endlich: dies` Leben,
wie es grünt und blüht! Endlich:
all diese Blüten!
 
 
*
 
 
Endlich: der Himmel,
wie er blaut und graut! Endlich:
der Sommerregen!
 
 
*
 
 
Endlich: die Elfen –
das Stichwort meines Sohnes –
und die Phantasie!
 
 
*
 
 
Endlich: die Sonne –
wie sie tröstet und erhellt,
strahlt, wärmt und belebt!
 
 
*
 
 
Endlich: die Worte
meiner lieben Freundin C:
du bist nicht allein!
 
 
*
 
 
Endlich das Ende
der Zeit des Schweigens! Endlich:
die Wortdämmerung!
 
 
*
 
 
Endlich: das Gefühl,
wieder schreiben zu können!
Endlich: dieses Glück!
 
 
*
 
 
Endlich: die Liebe!
Endlich: der Gedanke an
die Unendlichkeit!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

20.6.2018

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Die Bilder düsterer Zeiten / Vor dem Sommertag

für Constanze
 
I
 
 
Sieh diese Kinder:
mager, traurig, scheu und stumm!
Die leeren Blicke!
 
 
*
 
 
Sie leben nicht mehr –
und doch leben sie in uns –
weiter – und weiter!
 
 
*
 
 
Was blieb von ihnen
übrig? Nichts als die Zellen,
ihr Fleisch und ihr Blut!
 
 
*
 
 
Nichts als die Zellen,
die Schatten unsichtbarer
Gitterstäbe! Nichts!
 
 
*
 
 
Nichts als der Nachhall
unbarmherziger Schläge!
Nichts – als die Narben!
 
 
*
 
 
Nichts als dieser Schmerz!
Nichts als die Verlorenheit!
Nichts – als das Schweigen!
 
 
*
 
 
Nichts als die Lügen!
Nichts als die Verschwiegenheit!
Nichts – als Verzweiflung!
 
 
*
 
 
Jahre des Schweigens!
Jahre der Trauer, der Wut!
Nichts – als Dunkelheit!
 
 
 
II
 
 
In mir lebt ein Kind:
einsam, traurig, verloren –
und doch – lebe ich!
 
 
*
 
 
Wohin mit dem Kind,
wohin mit all den Bildern
der Vergangenheit?
 
 
*
 
 
Ich zeige sie dir –
möchte sehen, ob du siehst,
wer und wo ich war. –
 
 
*
 
 
Du siehst, wer ich war,
du siehst, wer ich heute bin,
siehst: auch die Schönheit!
 
 
*
 
 
Du spürst das Gefühl
der Verlorenheit, das in mir
nach- und nachhallt!
 
 
 
III
 
 
Doch nun: der Zeitsprung!
Der Sprung vom damals ins Jetzt –
in den Sommertag!
 
 
*
 
 
Allein dieses Wort:
ein Sommermorgen! Der Wind,
die Sonne, das Blau!
 
 
*
 
 
Ein heißer Kaffee
mit Sahne, die frische Luft,
das Blau und das Grün!
 
 
*
 
 
Die Rotbuche glüht,
ins Morgenrotgold getaucht –
und wiegt sich im Wind!
 
 
*
 
 
Die dunkle Erde,
der Regen, der Wind, das Licht
all dieser Jahre!
 
 
*
 
 
Die Buchen glühen
und blühen im Jetzt und hier –
im Sonnenrotgold!
 
 
 
IV
 
 
Mein inneres Kind,
du musst nicht mehr traurig sein!
Sieh nur: die Sonne!
 
 
*
 
 
Sieh nur dieses Licht!
Sieh nur die Farben! Spüre
die Morgenkühle!
 
 
*
 
 
Siehst du: hier bist du
nun angekommen! Hier bist
du endlich: sicher!
 
 
*
 
 
Hier und jetzt: der Tag!
Ein goldener Sommertag
vor dem Himmelblau!
 
 
*
 
 
Schließlich verblassen
die Bilder düsterer Zeiten
vor dem Sommertag!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

20.6.2018

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Sommernachtregen

 
 
Sommernachtstille.
Tabak und Tee und der Rausch
der Regenworte.
 
 
*
 
 
Dunkelheit. Regen.
Im Schein der roten Lampe:
Sirenengesang.
 
 
*
 
 
Kein Stern weit und breit.
Kein Mond. Kein lyrisches du.
Nur das Regenlied.
 
 
*
 
 
Regen. Sirenen.
Der Schein der roten Lampe
in der Dunkelheit.
 
 
*
 
 
Vergessen: dein Wort.
Nur der Singsang des Regens
einer Sommernacht.
 
 
*
 
 
Sommernachtstille.
Regen und Dunkelheit. Sanft:
der Glanz der Worte.
 
 
*
 
 
Strömender Regen.
Die Nacht, der Regen, das Glück
fließender Worte.

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 
Hannah

17.6.2018

9 Kommentare

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Unterm Junimond

 

Sommernachtregen.
Die reglose Nacht und du,
der du mein Meer teilst.
 
 
*
 
 
Glühwürmchen taumeln
durch die dichte Dunkelheit.
Regen und Stille.
 
 
*
 
 
Leise raunt der Wind
mir milde Nachtworte zu.
Die Nacht hält ihr Wort.
 
 
*
 
 
Nackte, nasse Haut.
Über die bloßen Schultern
fließt kühler Regen.
 
 
*
 
 
Wie ein weicher Schal
legt sich ein ruhigeres Glück
um meine Schultern.
 
 
*
 
 
Regen und Stille
geleiten mich durch die Nacht –
unterm Junimond.

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 
Hannah

12. /13.6. 2018

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Momente der Gegenwart / Durch den Winterwald

 

Zwischen Stern und Stern
liegt ein strahlend heller Tag
im verschneiten Wald
 
 
*
 
 
Ein verschneiter Wald,
ein Schlitten, rote Wangen
und ein Kind, das singt
 
 
*
 
 
Das singende Kind
ziehen wir auf dem Schlitten
durch den Winterwald
 
 
*
 
 
Ein einfaches Glück:
Schnee und Sonne, Wald und Wind –
und das Kind, das singt!
 
 
*
 
 
Ein vielfaches Glück:
Vater, Mutter, Hund und Kind –
Moos und Schnee und Wind!
 
 
*
 
 
Tausend Töne Grün,
der Schlitten, der Schnee, der Wind
und die Bewegung –
 
 
*
 
 
Ein sanfter Hügel
und ein sausender Schlitten,
Tausend Töne Grün
 
 
*
 
 
Die roten Wangen,
strahlende Augen, dein Mund,
der lächelt und singt!
 
 
*
 
 
Schon geht die Sonne
unter – hinter den Tannen:
ein letztes Rotgold
 
 
*
 
 
Zwischen Stern und Stern
liegt der Hügel, liegt der Wald,
liegt der Schnee – im Wind

 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

25.2.2018

12 Kommentare

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