Monatsarchiv: Oktober 2014

Das Sonnenlicht

 

siehst du selbst
also bleibe ich auf

und beschreibe
den Nachthimmel.

Die Wahrheit
reicht

natürlich
weiter,

reicht weit
bis in

die Nacht
hinein.

Sprechen wir nicht
vom Wunder,

vom Hauch,
vom Mysterium.

Sprechen wir
nicht

von den Wundern
der Nacht

in der Nacht.
Schweigen wir

lieber.
Es ist einfach

schön,
die Nacht

zu durchwachen,
die Nacht

an sich
ist schön.

Und immer wieder

überrascht mich

all
das von ihr ausgehende

Licht

 

Hannah Buchholz 2014

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Nacht und Nebel

 
wie geborgen man sein kann
in einer Nebelnacht.

Helligkeit durchdringt
die Finsternis,

hebt sie auf,
und wir können

uns getrost
hinaus begeben

in die Nacht,
in den Nebel,

der weit
Entferntes

weich zeichnet,
und noch weiter

Entferntes
verhüllt,

während hier

mitten

im Nebel

Klarheit herrscht.

Während hier,

genau
vor unseren Augen,

die Äste
deutlich sichtbar

in den hell
schimmernden

Nachthimmel
ragen,

schwarz
auf weichestem

Weiß

 

Hannah Buchholz 2014

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Ohne Rücksicht

 

wie läppisch
wirken dagegen doch

die Zeilen
über den Igel

und das Eichhörnchen
und die erwachenden Vögel,

die ich gerade
heute früh

zu schreiben
in Begriff war,

und wie sentimental.
Ab und zu

muss es offensichtlich
so richtig

krachen, muss
etwas explodieren,

bevor wir es tun.
Ab und zu

geht es in der Luft
schon etwas heftiger zu,

und wir fühlen uns
merkwürdig

und merkwürdig
wohl dabei.

Dies ist vielleicht
der Effekt

des Erhabenen,
von dem Kant sprach,

und vor ihm
schon Aristoteles:

Schön
und schaurig

zugleich
und um ein Vielfaches

stärker
und gewaltiger als wir,

jagt es uns Schauer
über Schauer

über den Rücken,
ohne Rücksicht

auf eventuelle

Verluste

 

Hannah Buchholz 29.10.2014

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In der Zeitung steht noch kein Wort

 

über die Rakete, die
gestern Abend

pünktlich
um 18.22 Ortszeit

(23.22 MEZ)
vom Weltraumbahnhof

in Virginia
abhob

und nur Sekunden später
explodierte.

Man könnte auch sagen:
in einen riesigen

Feuerball
sich verwandelnd

ins Meer
und auf die Erde

stürzte.
Nach den Angaben

der Nasa
gab es weder

Tote
noch Verletzte.

Der Raumfrachter
Cygnus

war unbemannt.
Die Unglücksursache

ist noch unklar.
An Bord

befanden sich
2300 Kilogramm

Lebensmittel,
Nachschub

für die ISS sowie
Materialien

für wissenschaftliche
Experimente.

Dieses Experiment
jedenfalls

ging in Flammen auf.
Die Nachrichten

entnehmen wir
dem Netz

und ebenso
die Bilder, die,

unter uns gesagt,
die schönsten sind,

die ich seit langem
sah.

In der Zeitung
steht

noch kein Wort.

 

Hannah Buchholz 29.10.2014

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Trotz allem

 

ich finde meine Heimat
im Regen

und in der Stille.

Ich finde meine Heimat
in der Nacht

und in ein paar Worten.

Ich verliere sie
und finde sie wieder

im Schlaf,
der mich umfängt

wie ein Geliebter,
und der mich trägt

an einen fernen,
unbekannten

Ort

 

 

Hanna Buchholz 2008 / 2014

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