Monatsarchiv: Januar 2015

Durch meine geschlossenen Augen

 

sehe ich Licht.

Ich muss nur
hinüberspringen

von meinem Traum

ins Licht.

Dann erst
öffne ich die Augen.

Dies hier ist viel heller
als mein Traum.

In der Wirklichkeit
angekommen,

so
eben

sanft
gelandet,

sehe ich Licht.

 

31.1.2015

Hannah

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Die Quadratur der Liebe

 
Zwei Liebende, die sich ausschließlich einander bestimmen, sind bereites tot.
Sie sterben an Langeweile.

Simone de Beauvoir

Die Liebe eine Kuschelidylle? Schön wär`s. Die Freiräume, die die Moderne eröffnet, sind „riskante Chancen“, auch hier. Mit der Intensität der Gefühle wachsen die Irrungen, Wirrungen, Komplikationen – kurz, die möglichen Leiden.

Urich Beck/Elisabeth Beck-Gernsheim

Wie können wir das vereinbaren?
Wie kriegen wir das gebacken?

Wie kriegen wir das hin?
Wie kriegen wir das,

was wir wollen und brauchen,
unter einen, unter einen einzigen

Hut?
Treue, Beständigkeit, Intimität.

Leidenschaft, Abenteuerlust,
Freiheit?

Wie können wir uns
streifen lassen

von den unsichtbaren
Engelsflügeln

der Liebe,
und nicht nur streifen,

sondern vielmehr: uns tief
berühren

lassen?
Wie können wir

einander berühren
und doch

bei uns selbst bleiben,
bei unseren geliebten Geliebten,

bei denen, die wir erwählten
und die uns auserwählten

vor allen anderen?
Wie kriegen wir das hin?

Die Liebe will ein Kind
der Freiheit sein,

und doch, und doch:
vielleicht sind wir einfach mal

so frei,
sie einander zu gewähren,

unsere Freiheit,
diese Luft, diesen Raum

zum Atmen, zum Träumen,
und vielleicht

schöpfen wir sie
uns selbst

und einander zuliebe
nur da und dort und dann

voll und ganz aus,
wenn es wirklich

unbedingt sein muss?
Und vielleicht

stellen wir doch
ein ums andere Mal fest:

Es muss nicht so sein,
dass wir

bis zum Letzen gehen
in der Liebe, in einer Liebe,

in all unseren Lieben?
Vielleicht sind wir so frei,

es uns zuzugestehen,
es uns einzugestehen:

Alles darf, alles kann,
nichts muss

geschehen,
solange wir sie nur

geschehen lassen
können

und dürfen
und wollen:

Lassen wir geschehen,
was geschehen

will und muss –

All unsere Liebe!

 
31.1.2015

Hannah

Quellen: Simone de Beuvoir: das andere Geschlecht. Zitiert nach Hannelore Schlaffer in: Die intellektuelle Ehe, S. 77. Beck/Beck-Gernsheim: Das ganz normale Chaos der Liebe, S. 133.
Den neuen Titel: „Die Quadratur der Liebe“ verdanke ich dem Kommentar von Lu Finbar. Danke!

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Liebesphilie

Eskapismus, ruft ihr mir zu,
vorwurfsvoll.
Was denn sonst, antworte ich,
bei diesem Sauwetter! –,
spanne den Regenschirm auf
und erhebe mich in die Lüfte.

H. M. Enzensberger

 
 
 
In die Lüfte
will ich

mich
erheben,

nur von Luft
und Liebe leben!

Liebe,
Lebenselexier!

Liebe Liebe,
süße Gier!

Liebe, lass uns
süsser träumen,

doch
lass uns

dich –
vor lauter Träumen –

im echten Leben
nicht

versäumen!

 
30.1.2015

Hannah

Quelle: Der fliegende Robert, H.M. Enzensberger, 1980.

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Und man kann noch so

 
hell sichtig
sein:

manchmal
braucht man

die Augen
eines anderen

oder einer anderen,
um noch

klarer,

um noch weiter,
um noch

heller,
um wirklich

hell

zu sehen

 
30.1.2015

Hannah

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Sind wir nicht alle

 
auf dieser Welt,

um Engel zu sein?
Nur,

was wäre der eine
Engel

ohne
den anderen?

Auch Engel
brauchen

mitunter Engel,
um ihre

Engelnatur
zu

verwirklichen

auf dieser Welt

 
30.1.2015

Hannah

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