Monatsarchiv: September 2017

Nacht über dem See

für T.

 
Vollkommen: die Nacht.
Sie bedarf keiner Worte –
und doch – schreibe ich.
 
 
*
 
 
Der Mond, die Wolken,
der Wind, der durch die Bäume
braust – über dem See.
 
 
*
 
 
Wir zwei am Kamin.
Leise knistert das Feuer.
Draußen: das Mondlicht.
 
 
*
 
 
Draußen: das Mondlicht,
die sanfte Brise, der See
zwischen den Zweigen.
 
 
*
 
 
Silbrig singt die Nacht,
während der Wind die Saiten
dunkler Bäume zupft.
 
 
*
 
 
Silbrig singt die Nacht
das Lied des Mondes. Silbrig
klingen die Silben.
 
 
*
 
 
Dann verstummt der Wind.
Leise klingt das Lied der Nacht
in uns beiden nach.
 
 
*
 
 
Was ist vollkommen –
außer der Stille? Die Nacht
hüllt sich – ins Schweigen.
 
 
*
 
 
Vollkommen: die Nacht.
Sie bedarf keiner Worte,
doch stumm – ist sie nicht.

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

29.9.2017

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Herbst Licht

TS
29.9.2017

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The Curse

Agnes Obel: The Curse

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Die Welt spielt verrückt / Das Lied der Stille / Antwort

für Claudia
 
 
I
 
 

Die Welt spielt verrückt –
doch die Nacht ist still und klar.
Sternklare Stille.
 
 
*
 
 
Die Welt spielt verrückt –
der Fluss aber fließt – rauschend –
durch die stille Nacht.
 
 
*
 
 
Die Welt spielt verrückt –
doch ich sitze und schreibe –
über die Stille.
 
 

II
 
 

Solange die Welt
verrückt spielt (– heute, immer! –)
lausche der Stille!
 
 
*
 
 
Immer noch gibt es
sternklare Nächte! Stille
tanzt auf den Wellen!
 
 
*
 
 
Immer noch bleiben
uns die Stille und das Wort:
das sternklare Wort!
 
 

III
 
 

Hör nur: die Stille
singt ihr einzigartiges,
sanftes, leises Lied!
 
 
*
 
 
Hörst du den Herzschlag
der Stille, dann vergisst du
den Wahnsinn der Welt!
 
 
*
 
 
Die Welt spielt verrückt –
doch still und klar sinkt die Nacht
ins Licht des Morgens!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

17.9.2017

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Herbst

 
Schreib! sagst du. Doch was?
Um mich herum: Dunkelheit
und Kälte. Der Herbst.
 
 
*
 
 
Schreib! sagst du. Du spürst,
daß ich – wortlos – versinke –
in der Dunkelheit.
 
 
*
 
 
Schreib! sagst du. Wozu?
Um nicht zu ertrinken – in
der Melancholie?
 
 
*
 
 
Nun gut. Ich schreibe.
Um mich herum braust ein Sturm.
Dunkelheit. Kälte.
 
 
*
 
 
Schreibend halte ich
die Dunkelheit fest. Sie weicht –
langsam – den Worten.
 
 
*
 
 
Goldene Tage
zogen vorüber. Vorbei:
der Sommer, das Licht –
 
 
*
 
 
Das Gold des Sommers,
die Meeresfarben – ach,
sie verblassen schon!
 
 
*
 
 
Schreib! sagst du. Ich will
es versuchen! Ich schreibe
mich ein – in den Herbst.
 
 
*
 
 
Ich stimme mich ein
auf das Rauschen des Windes,
auf die Dunkelheit.
 
 
*
 
 
Solange das Wort
mir noch leuchtet, versinke
ich nicht – oder doch?
 
 
*
 
 
Von ferne leuchtet
dein Wort – durch die Dunkelheit
hindurch. Schreib! sagst du!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

14.9.2017

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