Unterm Junimond

 

Sommernachtregen.
Die reglose Nacht und du,
der du mein Meer teilst.
 
 
*
 
 
Glühwürmchen taumeln
durch die dichte Dunkelheit.
Regen und Stille.
 
 
*
 
 
Leise raunt der Wind
mir milde Nachtworte zu.
Die Nacht hält ihr Wort.
 
 
*
 
 
Nackte, nasse Haut.
Über die bloßen Schultern
fließt kühler Regen.
 
 
*
 
 
Wie ein weicher Schal
legt sich ein ruhigeres Glück
um meine Schultern.
 
 
*
 
 
Regen und Stille
geleiten mich durch die Nacht –
unterm Junimond.

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 
Hannah

12. /13.6. 2018

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Momente der Gegenwart / Durch den Winterwald

 

Zwischen Stern und Stern
liegt ein strahlend heller Tag
im verschneiten Wald
 
 
*
 
 
Ein verschneiter Wald,
ein Schlitten, rote Wangen
und ein Kind, das singt
 
 
*
 
 
Das singende Kind
ziehen wir auf dem Schlitten
durch den Winterwald
 
 
*
 
 
Ein einfaches Glück:
Schnee und Sonne, Wald und Wind –
und das Kind, das singt!
 
 
*
 
 
Ein vielfaches Glück:
Vater, Mutter, Hund und Kind –
Moos und Schnee und Wind!
 
 
*
 
 
Tausend Töne Grün,
der Schlitten, der Schnee, der Wind
und die Bewegung –
 
 
*
 
 
Ein sanfter Hügel
und ein sausender Schlitten,
Tausend Töne Grün
 
 
*
 
 
Die roten Wangen,
strahlende Augen, dein Mund,
der lächelt und singt!
 
 
*
 
 
Schon geht die Sonne
unter – hinter den Tannen:
ein letztes Rotgold
 
 
*
 
 
Zwischen Stern und Stern
liegt der Hügel, liegt der Wald,
liegt der Schnee – im Wind

 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

25.2.2018

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Morgenblauen-Haikus

 

Sterne. Stille. Wind.
Ein leise rauschender Baum
im Morgenblauen.
 
 
*
 
 
Kein Vogelgesang.
Nur Sterne, Stille und Wind
im Blau des Morgens.
 
 
*
 
 
Früher graute mir
der Morgenhimmel, der Tag.
Heute blaut er mir.
 
 
*
 
 
Früher graute mir
vor jedem neuen Morgen.
Jeder Tag schien grau.
 
 
*
 
 
Silbe für Silbe
setze ich – wie Stern für Stern –
in die Dunkelheit.
 
 
*
 
 
Sterne, Stille, Wind
und das Blauen des Morgens:
Silbe für Silbe.
 
 
*
 
 
Gegen den Zweifel
schreibe ich an – und gegen
die Eiseskälte!
 
 
*
 
 
Sternenstille, Wind,
ein heißer Kaffee, ein Wort –
und mein Himmel blaut.

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 
Hannah

25.2.2018

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Into dust

Mazzy Star: Into dust

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In der Stille / Zwischen Eis und Schnee / Mein offenes Herz

 

I
 
 
In Bewegung sein
– in der Stille, in der Früh –
reglos, doch bewegt
 
 
*
 
 
Ein offenes Herz
bleibt immer in Bewegung,
nie sang- und klanglos
 
 
*
 
 
Hör nur die Vögel –
in aller Frühe, im Schnee
singen sie ihr Lied!
 
 
*
 
 
In aller Stille,
in der Frühe des Morgens,
singen sie – ihr Lied!
 
 
*
 
 
Draußen: Eis und Schnee,
drinnen: Kerzenlicht, Kaffee –
und ein helles Lied
 
 
*
 
 
Mein offenes Herz
bleibt immer in Bewegung –
zwischen Eis und Schnee!
 
 
 
II
 
 
Gestern: die Tränen.
Heute: ein helleres Lied,
ein hellerer Tag!
 
 
*
 
 
Zwischen Eis und Schnee –
dies Herz, das auftaut und singt –
bis mein Himmel blaut!
 
 
*
 
 
Des nachts: die Tränen,
des morgens: das Gedicht – und
der Vogelgesang.
 
 
*
 
 
Alles bewegt sich,
alles bewegt mich: dein Schmerz,
deine Freude!
 
 
*
 
 
Leise fällt der Schnee.
Leise singen die Vögel.
Leise singt mein Herz.
 
 
*
 
 
Leise: die Wehmut,
leise: die Melancholie,
leise: die Hoffnung.
 
 
*
 
 
Leise: die Lieder
des frühen Morgens. Leiser:
das Wort und der Schnee.
 
 
*
 
 
Leise, doch bewegt:
mein offenes Herz. Verletzt –
und doch: unversehrt.
 
 
*
 
 
Solange du singst,
solange du singst, mein Herz,
bleibst du: lebendig!
 
 
 
III
 
 
Draußen: die Stille,
das Eis und der Schnee. Drinnen:
mein Tauwetterlied!
 
 
*
 
 
Nicht gegen den Schmerz,
sondern mit dem Schmerz singst du
– im Duett – dein Lied!
 
 
*
 
 
Und alles, was war,
und alles, was ist und was sein wird
fließt ein – in dein Lied!
 
 
*
 
 
Mein offenes Herz –
du kannst dich nicht schützen – doch
singen – das kannst du!
 
 
*
 
 
Singen kannst du noch –
und solange du singst, bist
und bleibst du: offen!
 
 
*
 
 
Draußen: Eis und Schnee
und leiser Vogelgesang.
Drinnen: das Gedicht.
 
 
*
 
 
Ein offenes Herz
bleibt stets in Bewegung – auch
zwischen Eis – und Schnee!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 
Hannah

20.2.2018

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