The Curse

Agnes Obel: The Curse

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Die Welt spielt verrückt / Das Lied der Stille / Antwort

für Claudia
 
 
I
 
 

Die Welt spielt verrückt –
doch die Nacht ist still und klar.
Sternklare Stille.
 
 
*
 
 
Die Welt spielt verrückt –
der Fluss aber fließt – rauschend –
durch die stille Nacht.
 
 
*
 
 
Die Welt spielt verrückt –
doch ich sitze und schreibe –
über die Stille.
 
 

II
 
 

Solange die Welt
verrückt spielt (– heute, immer! –)
lausche der Stille!
 
 
*
 
 
Immer noch gibt es
sternklare Nächte! Stille
tanzt auf den Wellen!
 
 
*
 
 
Immer noch bleiben
uns die Stille und das Wort:
das sternklare Wort!
 
 

III
 
 

Hör nur: die Stille
singt ihr einzigartiges,
sanftes, leises Lied!
 
 
*
 
 
Hörst du den Herzschlag
der Stille, dann vergisst du
den Wahnsinn der Welt!
 
 
*
 
 
Die Welt spielt verrückt –
doch still und klar sinkt die Nacht
ins Licht des Morgens!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

17.9.2017

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Herbst

 
Schreib! sagst du. Doch was?
Um mich herum: Dunkelheit
und Kälte. Der Herbst.
 
 
*
 
 
Schreib! sagst du. Du spürst,
daß ich – wortlos – versinke –
in der Dunkelheit.
 
 
*
 
 
Schreib! sagst du. Wozu?
Um nicht zu ertrinken – in
der Melancholie?
 
 
*
 
 
Nun gut. Ich schreibe.
Um mich herum braust ein Sturm.
Dunkelheit. Kälte.
 
 
*
 
 
Schreibend halte ich
die Dunkelheit fest. Sie weicht –
langsam – den Worten.
 
 
*
 
 
Goldene Tage
zogen vorüber. Vorbei:
der Sommer, das Licht –
 
 
*
 
 
Das Gold des Sommers,
die Meeresfarben – ach,
sie verblassen schon!
 
 
*
 
 
Schreib! sagst du. Ich will
es versuchen! Ich schreibe
mich ein – in den Herbst.
 
 
*
 
 
Ich stimme mich ein
auf das Rauschen des Windes,
auf die Dunkelheit.
 
 
*
 
 
Solange das Wort
mir noch leuchtet, versinke
ich nicht – oder doch?
 
 
*
 
 
Von ferne leuchtet
dein Wort – durch die Dunkelheit
hindurch. Schreib! sagst du!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

14.9.2017

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Die schöne Elsa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
ts August 2017

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Goldener Morgen / Musik und Licht / Nach der Sehnsucht

 
 

 
 
I
 
 
 
Goldener Morgen.
Ein frischer, herbstlicher Wind.
Raschelnde Blätter.
 
 
*
 
 
Die leise Musik
von nebenan. Der Hahn kräht.
Das Geschirr klappert.
 
 
*
 
 
Alltagsgeräusche,
beruhigend, lindernd, leise
dringen sie ans Ohr.
 
 
*
 
 
Die Fensterläden
öffnen sich – klappernd. Du singst.
Leise rauscht der Wind.
 
 
*
 
 
Ihr seid unterwegs,
kauft ein fürs Mittagessen –
beim schönen Metzger.
 
 
*
 
 
Bald kehrt ihr zurück.
Bald schallen eure Stimmen
durchs Haus: fröhlich. Hell!
 
 
 
II
 
 
 
Wenn ich heute nacht
allein sein muß, finde ich
einen ruhigen Ort!
 
 
*
 
 
Ruhige Orte gibt
es zur Genüge: dort, im Wald,
unter den Sternen!
 
 
*
 
 
Goldener Morgen.
Der Wind rauscht durch den Kirschbaum.
Die Blätter tanzen!
 
 
*
 
 
Und der Sommer neigt
sich dem Ende zu. Die Luft
schmeckt bereits nach Herbst!
 
 
*
 
 
Nun kehrt ihr zurück.
Das Haus füllt sich mit euren
Stimmen – und mit Licht!
 
 
*
 
 
Habt ihr den schönen
Metzger gesehen? Ja doch!
Wie jeden Morgen!
 
 
 
III
 
 
 
Später in der Bar
seht ihr weitere schöne
Menschen. Ich schreibe.
 
 
*
 
 
Ich sehe sie nicht.
Ich muss sie auch nicht sehen.
Ich muss nur: schreiben.
 
 
*
 
 
Die Bar lasse ich
links liegen. Ich sehe nur:
goldene Blätter.
 
 
*
 
 
Bald gibt es Essen.
Bald lachen, spielen, kreischen
unsere Kinder.
 
 
*
 
 
Immer noch: Musik.
Immer noch: die Geräusche
gelebten Lebens!
 
 
*
 
 
Will ich allein sein?
Nein. Euren Stimmen lausche
ich heute – gerne!

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 
Hannah

12.8.2017

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