Monatsarchiv: August 2018

Im rauschenden Wind / Die Sonnenworte

 
 
Im rauschenden Wind
höre ich eure Stimmen –
auch wenn ihr fort seid!
 
 
*
 
 
Hinter den Wolken
verbirgt sich die Sonne, doch
sie ist immer da!
 
 
*
 
 
Nun bricht sie hervor –
und all die Bäume leuchten –
im goldenen Licht!
 
 
*
 
 
Du bist nicht allein,
auch wenn du alleine bist,
spricht die Sonne.
 
 
*
 
 
So einfach ist das –
und so hell und klar das Licht
des frühen Abends!
 
 
*
 
 
Solange du nur
innerlich verbunden bist,
bist du nie allein!
 
 
*
 
 
Einfache Worte,
ein einfaches Gedicht – doch
es leuchtet – mir ein!
 
 
*
 
 
Mein Herz fließt über –
vor Freude – über das Licht –
und das Sonnenwort!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

31.8.2018

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Allein

 
 
Unsere Runde
hat sich aufgelöst. Du bist
nun im Krankenhaus.
 
 
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Ihr seid in Deutschland.
Ich zähle Silben, allein.
Allein, am Fenster.
 
 
*
 
 
Wieder rauscht der Wind
durch die zerzausten Bäume.
Goldgrün tanzt das Licht.
 
 
*
 
 
Und das Licht verblaßt.
Das Licht des Sommers verliert
sein Leuchten, den Glanz.
 
 
*
 
 
Hier zu sitzen ist
mein Trost, doch nicht mehr mein Glück –
allein, am Fenster.
 
 
*
 
 
Und doch: ich schreibe.
Was sollte ich denn sonst tun?
Allein, am Fenster.
 
 
*
 
 
Mein Fenster zur Welt
ist immer nur und immer
noch mein Wort – für dich!
 
 
*
 
 
Zögernd, beklommen
finden sich nun die Worte ein. –
Du bist nicht allein!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

31.8.2018

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Nachts am Fenster

 
 
Das samtschwarze Tuch
der Nacht liegt über dem Wald,
durchsetzt – von Sternen.
 
 
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Funkelnde Sterne.
Ein sanfter Nachtwind. Der Mond,
der langsam abnimmt.
 
 
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Der Schein der Kerze
auf dem Fensterbrett. Die Nacht
und ihr leises Lied.
 
 
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Die leisen Stimmen
der Schlaflosen. Die Grillen,
die leise zirpen.
 
 
*
 
 
Die Kinder, die noch
einen letzten Film sehen,
ehe sie schlafen.
 
 
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Die Fledermäuse,
die sich vom Dachfirst stürzen –
in die Dunkelheit.
 
 
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Milde: der Nachtwind.
Die sanfte Silhouette
der Hügelkette.
 
 
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Auf fernen Hügeln:
die Städte, deren Lichter
im Dunkeln funkeln.
 
 
*
 
 
Die Lichterkette
zwischen den Bäumen. Kerzen
unten – auf dem Tisch.
 
 
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Der Hund neben mir,
der alle viere von sich
streckt – und dann einschläft.
 
 
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Das letzte Glas Wein.
Die letzte Zigarette.
Die letzten Worte.
 
 
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Die Glut der letzten
Zigarette. Die Kerze,
die langsam erlischt.

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

30./31.8.2018

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Abends am Fenster

 
Ein seidiger Wind
streicht mir sanft über die Haut.
Dann sinkt die Sonne.
 
 
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Schon sinkt die Sonne –
und langsam wird es kühler,
abends, am Fenster.
 
 
*
 
 
Der Himmel färbt sich –
langsam – rötlich-violett –
über dem Fenster.
 
 
*
 
 
Lavendelfarben:
der Himmel, gold-grün: der Wald,
seidenweich: der Wind.
 
 
*
 
 
Schon sinkt die Sonne
dem Horizont entgegen,
sinkt – hinter den Wald.
 
 
*
 
 
Wozu ich schreibe,
frage ich mich. Sollte ich
nicht lieber kochen?
 
 
*
 
 
Nein, ich möchte nicht
die Farbenpracht versäumen –
abends, am Fenster!
 
 
*
 
 
Die Bäume säumen
den violetten Himmel
ehe es dunkelt.
 
 
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Eine Eidechse
huscht über den warmen Stein
der Fensternische.
 
 
*
 
 
Bald erscheinen schon
die ersten Sterne. Kühler
weht der Abendwind!
 
 
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Die Freunde kochen.
Die Kinder toben im Schein
der Taschenlampen.
 
 
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Abends am Fenster
klingt der Tag so friedlich aus,
so mild und so sanft!
 
 
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Die Zeit der Stille.
Der leicht auffrischende Wind.
Die zarten Farben.
 
 
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Die Bäume leuchten,
der Himmel leuchtet, der Wind
legt sich – und braust auf!
 
 
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Abends am Fenster:
das kostbare, klare Licht,
der Wind – und sonst nichts!
 
 
*
 
 
Morgens und abends
sucht und findet mich das Glück
– an diesem Fenster!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

30./31.8.2018

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Zu Fälle / Was mir heute alles zufiel –

 
 
Die Regenwolken
vor den Spätsommerworten.
Die ersten Tropfen.
 
 
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Das Donnergrollen,
bevor die ersten Tropfen
und Worte fallen
 
 
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Die Sehnsuchtsworte.
Die erfüllenden Worte.
Die Regenworte.
 
 
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Pfefferminzkekse
zum Kaffee. Regentropfen
in meiner Tasse.
 
 
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Die Regentropfen
in meinem Kaffee. Das Licht
in deinen Augen!
 
 
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Rauschender Regen,
der den dunklen Wald schraffiert
und mir ins Ohr fällt
 
 
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Die Regen-Skizzen:
Die schrägen Regenworte –
leicht nach rechts geneigt.
 
 
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Das gleißende Licht
das – dem Regen zum Trotz – aus
allen Wolken fällt!
 
 
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Fliegende Blätter!
Vom Wind zerzauste Bäume!
Frisch gemähtes Gras!
 
 
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Goldene Blätter
im Gras, unter dem Kirschbaum.
Verirrte Worte.
 
 
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Regennasses Gras
im langsam schwindenden Licht
das späten Sommers.

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

30.8.2018

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