Ich kann nicht atmen! / George Floyd I

 
 
Ich kann nicht atmen!
sagte George Floyd mehrmals und
flehte um Gnade.
 
 
 
Ein Fuß im Nacken.
Vier Polizisten. Einer
der ihn umbrachte
 
 
 
drei, die zusahen.
Er flehte um Gnade und
musste doch sterben.
 
 
 
 
Welches Vergehen
hatte George Floyd begangen?
Keines. Er war schwarz.
 
 
 
Wie kann man leben –
wie kann man atmen – in solch
einer grausamen
 
 
 
und brutalen Welt?
Ich lese die Geschichte
und kann kaum atmen.
 
 
 
 
Eine Geschichte –
die immer wieder vorkommt.
Eine Geschichte –
 
 
 
die unerträglich –
und nicht hinzunehmen ist.
Eine Geschichte –
 
 
 
die in keinem Buch –
in keinem Geschichts-Buch und
in keinem Schulbuch –
 
 
 
 
– in den USA –
zu lesen sein wird. Eine
von viel zu vielen –
 
 
 
solcher Geschichten
so unerträglich, grausam –
brutal und real.
 
 
 
Ich kann nicht atmen!
sagte George Floyd und heute
atmet er nicht mehr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Hannah

31.5.2020

11 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein

11 Antworten zu “Ich kann nicht atmen! / George Floyd I

  1. Ja, entsetzlich. Und es geschieht immer wieder. Aufruhr, Empörung, noch schlimmere Gewalt, Rache? Dadurch vermehrt sich die Gedankenwelt der Haß- und Rache-Gedanken, und das kann entsetzlich sein. Es gibt ein langes Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer „Die Füße im Feuer“. Darin heißt der letzte Satz, ausgesprochen von dem Geschädigten: “ Mein ist die Rache, redet GOTT.“ D. h. „Rache“ im Sinne von Gerechtigkeit. Wir sollen unserem HERRN nicht das Zepter aus der Hand reißen. Denn mit dem Maße, mit dem wir messen, werden wir dereinst gemessen werden“, – also auch ich, wenn ich dies jetzt hier zu bedenken gebe. Ich weiß, dies trifft für das Gedicht nicht zu. Es ist nur tiefstes Mitempfinden und Anteilnahme, kein Richten.

    Gefällt 2 Personen

    • Den Aufruhr und den Sturm der Empörung kann ich sehr, sehr gut nachvollziehen. Viele Menschen in den USA sind außer sich – und vollkommen zurecht. Weshalb nimmt das denn nie ein Ende – dieser Rassismus, diese entsetzliche rassistische Gewalt, dieser Hass gegen Menschen, die eine andere Hautfarbe haben – und / oder auch: dieser Hass gegen Homosexuelle, Transsexuelle und überhaupt alle Menschen, die etwas anders sind als diejenigen, die sich für das Maß aller Dinge bzw. Menschen halten… ?? Das alles ist so fürchterlich, so grauenhaft, so entsetzlich traurig. Und ja, natürlich werden die Menschen irgendwann wütend und gehen auf die Barrikaden… ! Irgendwann ist das Maß auch wirklich voll und das Fass läuft über. Und jetzt ist es eben soweit.
      Ich bin natürlich nicht für Haß und Rache – aber verständlich und nachvollziehbar finde ich es schon, daß viele Menschen jetzt ausflippen.
      Vielleicht ändert sich ja doch etwas, wenn der vollkommen irrsinnige Präsident und / oder einige andere konservative Politiker in den USA endlich einmal merken und registrieren und zur Kenntnis nehmen müssen, daß es so nicht weiter gehen kann und daß die Menschen sich das alles auf Dauer nicht länger gefallen lassen werden? Und daß endlich, endlich etwas Effizientes gegen diesen mörderischen Rassismus getan werden muss?
      Viele liebe Grüße, Hannah

      Gefällt 1 Person

      • Wir haben aber doch bei uns erlebt, wie es Systemkritikern z.B. ergehen kann. Das hat dann mit Rassimus nichts zu tun. Nur ist man in den genannten Fällen extrem sensibel, wenn es einen dieser Fälle betrifft. Und schon ist es wie ein Funke, der einen Flächenbrand auslösen kann.

        Gefällt 1 Person

    • Die „Funken“, die diesen Flächenbrand ausgelöst haben, waren die vielen Morde an zahllosen unschuldigen Menschen. Diese Menschen – und George Floyd war nur einer von vielen – wurden aufgrund ihrer Hautfarbe bestialisch und brutal gequält und ermordet.
      Einer meiner Söhne sah sich das Video an, in dem man sah, wie George Floyd mißhandelt und ermordet wurde. Mein Sohn ist noch nicht einmal volljährig und musste schon mit ansehen, wie ein unschuldiger Mensch zu Tode kam, wie er, der um Gnade flehte, kaltblütig umgebracht wurde.
      In was für einer fürchterlichen Welt leben wir eigentlich – immer noch… ?!
      Das muss ein Ende haben, dieses sinnlose Morden muss endlich ein Ende haben.
      Und die Menschen in den USA können es nicht mehr ertragen und nicht mehr länger hinnehmen, daher gehen sie auf die Barrikaden.
      Das würde ich wohl auch tun.

      Liebe Grüße, Hannah

      Liken

  2. Arabella

    Einer der krassesten Songs zum Thema Rassismus, der die Wut aufs weiße Establishment und dessen Machtmissbrauch bestens transportiert.

    Der Song wendet sich gegen Rassismus im US-amerikanischen Staatsapparat. Insbesondere werden Ku-Klux-Klan-Mitglieder („that burn crosses“), die als Polizisten arbeiten („those that work forces, wearing the badge“) benannt. Ihnen wird vorgeworfen, Morde („killing in the name of“) damit zu rechtfertigen („justify those who died“), dass sie, die Polizisten, zur „auserwählten“ Rasse („the chosen whites“) gehören.

    Die häufig wiederholte Zeile „And now you do what they told ya. And now you’re under control“ mündet in Zack de la Rochas Schreien „Fuck you, I won’t do what you tell me! Motherfucker!“

    Gefällt 1 Person

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