Gestern Morgen

 
I
 
 
 
Als ich erwachte,
war da dieses Gefühl, ganz
alleine zu sein.
 
 
*
 
 
Gestern noch waren
alle meine Kinder da,
mein Mann, unser Hund.
 
 
*
 
 
Im Laufe der Nacht
schienen sie zu verschwinden –
aus dem Bewußtsein.
 
 
*
 
 
Sie lösten sich auf,
existierten nicht mehr! Nicht
in meinen Träumen!
 
 
*
 
 
Die Träume spielten
in einer weit entfernten,
vergangenen Zeit.
 
 
*
 
 
Immer noch fühle
ich mich alleine, einsam
in meinem Herzen.
 
 
 
II
 
 
 
Ein einsames Kind
trage ich in mir. Wie kann
ich es nur trösten?
 
 
*
 
 
Ich bin für dich da,
sage ich dem einsamen,
verlorenen Kind.
 
 
*
 
 
Schon sehe ich dich
weinen. Schon spüre ich dich –
in meinem Herzen!
 
 
*
 
 
Jetzt trage ich dich
in meinem Herzen! Jetzt bin
ich bei dir, mein Kind!
 
 
*
 
 
Jetzt gibt es nur noch
uns beide, mein Kind. Du weinst –
und ich tröste dich.
 
 
 
III
 
 
 
Ich schreibe für dich!
Riskieren wir einen Blick
in deine Zukunft?
 
 
*
 
 
Deine Einsamkeit
wirst du in Worte fassen.
Du wirst gelesen!
 
 
*
 
 
Du wirst gefunden:
in deinen Worten. Kein Wort
wird verloren sein!
 
 
*
 
 
Niemals mehr wirst du
verlassen sein, verloren –
es sei denn: im Traum!
 
 
*
 
 
In deinen Träumen
wirst du einsam bleiben – doch
du wirst erwachen!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hannah

5./6.1.2019

2 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein

2 Antworten zu “Gestern Morgen

  1. Arabella

    Berührt mich sehr. Das kannst Du Dir bestimmt denken.
    Meine Einsamkeit ist leider nicht nur im Traum.
    Vielleicht komme ich eines Tages dahin… Und wache auf.

    Gefällt 1 Person

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