Zum Training gehen / Oh, dieses Training!

 
 
Nach langer Pause
doch wieder mal zum Training
gehen! Wie wird das?
 
 
*
 
 
Menschen: jung und schön –
vor den riesigen Spiegeln! Fit
sind sie – fast alle!
 
 
*
 
 
Freundliche Trainer –
jung, stark und fit allesamt –
begutachten uns.
 
 
*
 
 
Fühlen sie sich uns
überlegen? Natürlich!
Und das sind sie auch!
 
 
*
 
 
Dumm sind sie auch nicht!
Sie haben Sport studiert! Ach!
Fit – und auch noch klug!
 
 
*
 
 
Begutachten sie uns
wirklich? Interessiert
sie: unser Fortschritt?
 
 
*
 
 
Ja, leider! Oder
soll ich sagen: gottseidank?
Was macht mein Fortschritt?
 
 
*
 
 
Die frozen shoulder
ist immer noch: gefroren!
Eher ein Rückschritt!
 
 
*
 
 
Nun gut. Wegen der
frozen shoulder bin ich hier!
Ich muß: trainieren!
 
 
*
 
 
Erst sträube ich mich –
innerlich! All diese Spiegel!
Die schönen Menschen!
 
 
*
 
 
All diese Matten,
dieser Geruch: nach Käse,
Anstrengung und Schweiß!
 
 
*
 
 
Nein, in Wirklichkeit
riecht es hier nicht nach Käse!
Nur ein bisschen Schweiß!
 
 
*
 
 
Ich selbst schwitze schon –
jetzt! – Allein der Gedanke
bringt mich: ins Schwitzen!
 
 
*
 
 
Stell dich nicht so an!
rufe ich mir zu. Wolltest
du nicht – trainieren?
 
 
*
 
 
Nein! Wollte ich nicht!
Meine Orthopädin meint,
ich muß trainieren!
 
 
*
 
 
Oh, dieses Training!
Der innere Widerstand –
gegen den Fortschritt!
 
 
*
 
 
Was soll das? frage
ich mich. Dies ist die Chance,
fitter zu werden!
 
 
*
 
 
Fit und geschmeidig,
beweglich möchte ich sein!
Ich muß: trainieren!
 
 
*
 
 
Damals im Schulsport
schon haßte ich: Gymnastik!
Wozu das Ganze?!
 
 
*
 
 
Inzwischen weiß ich –
wieso und wozu!– Na gut,
trainiere ich halt!
 
 
*
 
 
Hinterher fühle
ich mich: stark und geschmeidig –
und fast wieder: jung!
 
 
*
 
 
Fast schon: beweglich –
die gefrorene Schulter!
Ja, so soll es sein!
 
 
*
 
 
Doch in Wirklichkeit
sitze ich hier und schreibe
noch – vor dem Training!
 
 
*
 
 
Wäre das Training
doch nur schon vorüber! Doch
gleich geht es – erst los!
 
 
*
 
 
Oh, wie vernünftig
von mir, dort hinzugehen!
lobe ich mich selbst.
 
 
*
 
 
Die Orthopädin
wird stolz auf mich sein! Wirklich?
Na klaro! Und wie!
 
 
*
 
 
Außerdem werde
ich mich danach belohnen –
mit einer Pizza!
 
 
*
 
 
Jetzt gleich geht es los!
Ich schwitze schon im voraus!
Oh, dieses Training!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 
 
 

 
 
Hannah

9.10.2018

15 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein

15 Antworten zu “Zum Training gehen / Oh, dieses Training!

  1. Oh Hannah, bekommst du keine Krankengymnastik verordnet? Kennen sie sich im Fitnessstudio mit Frozen Shoulder aus?
    Leider ist es eine langwierige Erkrankung. Bei mir hat es s über ein Jahr gedauert, bis ich meinen Arm/Schulter wieder halbwegs bewegen konnte und dann noch die Schmerzen….
    Ich wünsche dir gute Besserung und Durchhaltevermögen. 🍀🍀🍀
    Liebe Grüße Ariana

    Gefällt 2 Personen

    • Liebe Ariana,
      das ist so ein Studio, in dem einige der Trainer gleichzeitig auch Physiotherapeuten sind, und dort trainiert man und bekommt zusätzlich auch Physiotherapie. Erst Training, dann Physio – und manchmal auch andersherum. Die Trainer und Physiotherapeuten sind alle sehr gut ausgebildet und kennen sich mit solchen seltsamen Phänomenen wie „frozen shoulder“ bestens aus. Meine Orthopädin hat mich dort hingeschickt.
      Eine Zeitlang war ich regelmäßig zwei Mal in der Woche dort, aber nun habe ich eine längere Pause eingelegt, weil ich mich nicht von meinem Schreibtisch weg bewegen wollte … ! ; )) Tja, und heute gehe ich auf Anraten meiner Ärztin doch endlich mal wieder hin – sonst wird das ja nie was mit der Schulter. Ich kaspere jetzt auch schon über ein halbes Jahr lang damit rum!
      Viele liebe Grüße und tausend Dank für deinen Kommentar, liebe Ariana!
      ❤ Hannah

      Gefällt 1 Person

      • Ok. Bei mir ist es 3 Jahre her. Ich bekam damals 3 Runden Physiotherapie hintereinander, dann war ihr (Orthopädin) Budget erschöpft und ich musste mich alleine um Bewegungstherapie kümmern. Nach Recherche bin ich auf ein Trainingsgerät für zuhause gestoßen, die sogenannte Schulterhilfe. Das habe ich mir bestellt und über lange Zeit geübt. Es hat geholfen, langsam, Stück für Stück haben sich die Verklebungen gelöst. Etwa 10-15% Bewegungseinschränkung ist zurückgeblieben und irreversibel.(Im Alltag fällt es aber nicht auf und ist keinesfalls hinderlich) Letztlich bin ich froh, dass es so ist, wie es jetzt ist. Bei mir war die Versteifung aber auch sehr heftig. Bei jeden ist das anders und auch der zeitliche Verlauf. Ich hatte anfangs monatelang eine sehr schmerzhafte Entzündung im Gelenk, die weder mit Cortisonspritzen noch Tabletten weggegangen ist. Es war die Hölle. Erst nach Abklingen der Entzündung konnte ich mit Physiotherapie beginnen.
        Noch heute mache ich täglich spezielle Armübungen mit beiden Armen, um die Schultergelenke in alle Richtungen beweglich zu halten und vorbeugend, damit es nicht auch noch an der anderen Seite beginnt.
        Weiß jetzt gar nicht, ob du das alles wissen möchtest. Lösche den Kommentar, wenn es dich stört oder so.
        Ansonsten kannst du mich auch gern noch fragen, wenn du etwas wissen möchtest.
        Liebe Grüße Ariana

        Gefällt 1 Person

  2. Das ist sehr, sehr lustig & ehrlich…Ich denke so geht es ganz vielen Menschen…aber Deine Eisschulter wird es Dir danken…!

    Gefällt 2 Personen

  3. O liebe Hannah,
    wie gut kann ich dich verstehen!
    Wenn ich an meinen Schulsport denke, der mir die Lust am Sport fürs Leben vermasselt hat, weil so etwas wie Selbstakzeptanz und Individualität mit Füßen getreten wurde, hast du meine Hochachtung, dass du überhaupt (wieder) hin gehst!!! ❤
    Die Widerstände haben ja eine ganz tiefe Ursache und Ansiedlung von Gefühlsdörfern, deshalb glaube ich nicht, dass es ein " innerer Widerstand
    gegen den Fortschritt" ist, so erlebe ich dich nicht aus dem , was du schreibst und was ich zwischen den Zeilen meine zu spüren. Es sind doch eher "Gefühls-Schmerz-Vermeidungs-Versuche", die diese Unlust und den Widerstand auslösen… Ich kann sie sooooo gut verstehen. Hab diese "Dörfer" mit vielen inneren BeweohnerInnen ja auch in mir.
    Mögen wir ihnen die ganze Liebe unseres weiten Herzens geben! ❤
    Herzlich grüßt dich Marina
    P.S: und ich wünsche dir, dass es viel besser war, als sie (die in den Dörfern 😉 es vorher befürchtet haben 🙂 und dann guten Appetit bei der Pizza 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Nein, da hast du vollkommen recht, es ist kein innerer Widerstand gegen den Fortschritt …
      nur gegen den anstrengenden Weg dorthin … ! ; )
      Schulsport fand ich im Großen und Ganzen eigentlich sogar ganz schön –
      jedenfalls Leichtathletik und Basketball und dergleichen.
      Aber manchmal mussten wir Mädchen auch Gymnastik machen und Jazztanz und solche Sachen … und das fand ich irgendwie unsinnig und doof. Und ich habe nicht so ganz verstanden, weshalb wir tanzen müssen, wenn einige von uns doch viel lieber mit den Jungs Fußball gespielt hätten!
      Und das verstehe ich heute immer noch nicht! ; ) So, jetzt muß ich aber los,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar, liebe Marina, und liebe Grüße!
      ❤ Hannah

      Gefällt 1 Person

  4. Liebe Ariana,
    es ist schon interessant, wie viele Leute schon so eine frozen shoulder hatten oder haben… ! Ich hatte den Begriff vorher noch nie gehört und ich hatte keine
    Ahnung, was da mit meiner Schulter los ist, als das Ganze losging –
    aber inzwischen kenne ich etliche Menschen, die das auch schon hatten!
    Bei jedem verläuft es anders, aber eine hartnäckige und langwierige Angelegenheit ist es bei den meisten, mit denen ich gesprochen habe.
    Jetzt bekomme ich gleich Besuch, ansonsten könnte ich da auch einen Roman drüber schreiben … ! ; ) A propos Schreiben:
    Es ist meine rechte Schulter, und als das begonnen hat, im Februar, konnte ich zunächst einmal nicht mehr schreiben (viel zu schmerzhaft).
    Das ging dann einige Wochen lang so – ich konnte nicht schreiben,
    weil es viel zu schmerzhaft gewesen wäre.
    Das war natürlich so richtig blöd … !! Gottseidank ist die Schulter inzwischen immerhin wieder beweglich genug zum Schreiben … ! : )
    Viele liebe Grüße und danke dir vielmals für deinen obrigen Kommentar!

    ❤ lichst, Hannah

    Gefällt 1 Person

    • Ok, habs gefunden und schaue hier nach. 🙂
      Rechts ist ganz blöd als Rechtshänder. Bei mir war es links, deshalb ging es zwar mit schreiben, aber trotzdem quälend, unter Schmerzen zu dichten und überhaupt…
      Hab vorher auch noch nie davon gehört, dachte erst ich hab eine Zerrung oder so, bin dann sogar erst viel später zum Arzt. Die meinte dann, es würde etwa 2 Jahre dauern, da war ich geschockt. ):
      Zum Glück geht es bei dir etwas besser und vielleicht hast du das Schlimmste überstanden. Bewegungstherapie ist jedenfalls ganz wichtig.
      Ich wünsche dir von Herzen, dass es bei dir schneller geht und es bald wieder alles ins Lot kommt, auch die Psyche, denn die leidet auch sehr darunter, schon alleine wegen der vielen schlaflosen Nächte. Bei mir war es jedenfalls so.
      Also alles, alles Liebe und Gute dir. 🙂

      Gefällt 1 Person

      • Ja, das war bei mir auch so, daß meine Seele gelitten hat, weil ich vor Schmerzen kaum schlafen konnte. Das ging einige – sehr zermürbende – Wochen lang so. Seit ich wieder schlafen kann, bin ich so erleichtert – und froh und dankbar… ! Diese Art von Schlaflosigkeit ist ja eine ganz andere als die, wenn man aufwacht, weil man schreiben möchte (oder muß … ; )
        Letztere finde ich nicht zermürbend, erstere allerdings schon.
        Im Grunde genommen ist jetzt schon alles gut für mich, auch wenn die Schulter immer noch recht unbeweglich ist. Immerhin kann ich wieder schlafen – und wieder schreiben. Darüber bin ich wirklich sehr froh … !!
        Natürlich muss ich weiterhin trainieren, damit die Schulter wieder beweglicher wird. Aber das wird schon, und wenn es noch ein bisschen dauert, dann ist es halb so wild.
        Viele liebe Grüße und danke nochmals für deine Worte, liebe Ariana!
        Gute Nacht … ❤ Hannah

        Gefällt 1 Person

      • Es freut mich sehr, dass es dir schon besser geht und auch die Beweglichkeit wird noch besser.
        Gute Nacht 🌟☄🌝

        Gefällt 1 Person

  5. Arabella

    Da denk ich mir grad: oh Menno, wieso tut mein Schultersporn wieder weh, ich kann meinen Arm nimmer gescheit heben… Und dann les ich Dein Gedicht. Warum, warum, warum muss wieder gesund werden so anstrengend sein…..Du hast diese Anstrengung so gut eingefangen. Ich lass immer meine Rezepte „verfallen“ und versuchs (mehr oder weniger erfolgreich) zuhause

    Gefällt 1 Person

    • Nanana, du sollst aber keine Rezepte verfallen lassen, liebe Arabella!
      Die ersten Wochen (im Januar und den halben Februar lang) habe ich auch versucht, mich alleine zu Hause zu kurieren – das hat aber überhaupt nicht geklappt. Natürlich nicht – das geht einfach nicht ohne Physiotherapie und Training. Also falls du dasselbe hast, was auch Ariana und ich hatten bzw. haben, dann brauchst du da schon etwas fachkundige Hilfe. Sonst verschleppt man die Dinge nur (jaja, da spreche ich leider aus eigener Erfahrung … ! ; )
      Viele liebe Grüße und gute Nacht!
      ❤ Hannah

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  6. Polly

    Das ist so lustig………
    Mir geht es jedes Mal genau so, wenn ich joggen gehen will/ muss / soll…
    Eigentlich wollte ich morgen früh laufen gehen, aber ich versuche schon jetzt irgendwelche Ausrede für mich selbst zu finden😉
    Keine Ahnung, ob ich morgen schaffe.

    Gefällt 1 Person

    • Guten Morgen, liebe Polly!
      Ja, ich könnte jetzt – rein theoretisch betrachtet – auch joggen gehen!
      Aber ist es nicht noch viel zu früh? Und viel zu dunkel … ? Ja, ganz genau.
      Also doch lieber Schreiben …. ! ; )
      Viele liebe Grüße, Hannah
      P.S: Ich war schon jahrelang nicht mehr Joggen … ! Und ich vermisse es auch nicht. ❤

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