Nachts im Regen / Mondlicht und wüste Worte

I
 
 
 
Des nachts, im Regen
schreibe ich – und warte auf
das Licht – des Mondes!
 
 
*
 
 
Kein Mond. Kein Mondlicht.
Doch das Licht deiner Worte
fällt mir – ins Dunkel!
 
 
*
 
 
Gestern erreichten
mich deine Worte, mein Freund –
wie das Licht – die Nacht!
 
 
 
II
 
 
 
Heute nacht regnet
es. Ich sehen keinen Mond.
Und doch ist er da!
 
 
*
 
 
Und doch ist er da:
verborgen hinter Wolken,
unsichtbar – doch da!
 
 
*
 
 
Wie dein Wort, mein Freund,
das mir ins Dunkel fällt – auch
wenn du nicht hier bist!
 
 
 
III
 
 
 
Sanft und behutsam
fällt mir dein Wort ins Dunkel
der mondlosen Nacht!
 
 
*
 
 
Wie glücklich ich bin –
über deine Nachtworte!
Wie antworte ich?
 
 
*
 
 
Ich versuche es
mit einem Gedicht. Vielleicht
wird es gelingen?
 
 
 
IV
 
 
 
Wo setze ich an?
Ich beginne bei deiner
Kritik, lieber Freund.
 
 
*
 
 
Deine Kritik
umfängt meine Worte: so
sachte, sanft und tief!
 
 
*
 
 
Sachte, sanft und tief
sanken deine Worte, Freund,
ins Herz der Worte!
 
 
 
V
 
 
 
Sachte, sanft und tief
sind nicht all meine Worte!
Das ist mir bewußt!
 
 
*
 
 
Die sanften, tiefen
Worte erreichen dein Herz!
Dort empfängst du sie!
 
 
*
 
 
Und die anderen?
Die wüsten, chaotischen
Worte, die ich schrieb?
 
 
VI
 
 
 
Die Zigaretten,
die vollen Aschenbecher,
der Wust von Papier?
 
 
*
 
 
Gehören wüste
Worte in meine und zu
meinen Gedichten?
 
 
*
 
 
Viele sind es nicht –
und doch: auch sie wählte ich
mit Bedacht. – Weshalb?
 
 
 
VII
 
 
 
Wozu brachte ich
die wüsten, chaotischen
Worte – ins Gedicht?
 
 
*
 
 
Sie wollten zeigen,
daß auch das Chaos seine
Berechtigung hat!
 
 
*
 
 
Kontraste wollte
ich herausarbeiten: Hell,
dann dunkel, dann hell!
 
 
 
IX
 
 
 
Zunächst: geschliffen,
dann: betont salopp! Zunächst
Ordnung – dann Chaos?
 
 
*
 
 
Es ist wie mit dem
Licht – und der Dunkelheit. Erst
das Dunkel – dann: Licht!
 
 
*
 
 
So versuchte ich,
das eine dem anderen
voranzustellen:
 
 
*
 
 
Dem Licht das Dunkel –
wie der Ordnung das Chaos
einiger Worte!
 
 
*
 
 
Wüst, mein Arbeitsplatz!
stand in meinem Gedicht. Später
entstand: die Ordnung!
 
 
*
 
 
Erst aus dem Chaos
heraus – entwickelte sich –
später – die Ordnung!
 
 
*
 
 
Zunächst: geschliffen,
das Wort, dann: salopp? Oder
doch: andersherum?
 
 
*
 
 
Zunächst: das Chaos –
des Schreibtischs, der Worte,
dann erst: die Ordnung!
 
 
*
 
 
Ist das gelungen?
Das weiß ich noch nicht genau!
Es war – ein Versuch!
 
 
*
 
 
Zunächst: der Versuch –
und dann – vielleicht – der Erfolg:
das runde Gedicht!
 
 
*
 
 
Und ist das Chaos
ein Nebenschauplatz? Sollte
es unsichtbar sein?
 
 
*
 
 
Ich bin nicht sicher.
Ich denke darüber nach.
Dann entscheide ich.
 
 
*
 
 
Man muss nicht schreiben
über das Chaos. Vielleicht
macht es aber Sinn!
 
 
*
 
 
Genug vom Chaos
und von der Ordnung: Zurück
zu deiner Kritik.
 
 
*
 
 
Ist deine Kritik
gelungen, mein lieber Freund?
Ja doch, das ist sie!
 
 
*
 
 
Sie ist: erhellend!
Erhellend: wie das Mondlicht
im Dunkel der Nacht!
 
 
*
 
 
Alles in allem
berührt dein Wort das meine
wie der Mond – die Nacht!
 
 
*
 
 
All deine Worte
bewege und bewahre
ich – tief – im Herzen!
 
 
*
 
 
Ändere ich nun
meine Gedichte? Das kann
ich noch nicht wissen!
 
 
*
 
 
Lange bewege
ich: dein Wort im Herzen. Dann
erst: entscheide ich.
 
 
*
 
 
Nehme ich dein Wort
in meine Gedichte auf?
Ja – und nochmals ja!
 
 
*
 
 
Im Dunkel der Nacht,
im Chaos mancher Worte,
bist du: mein Mondlicht!
 
 
*
 
 
Orientiere
ich mich – an deinen Worten?
Natürlich, mein Freund!
 
 
*
 
 
Im Dunkel der Nacht
betrachte ich nun den Mond!
Und mein Mond – bist du!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 
 
 

 
 
Hannah

1.10.2018

2 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein

2 Antworten zu “Nachts im Regen / Mondlicht und wüste Worte

  1. wie schön…im rhythmus deiner worte und gedanken mit dabei sein zu dürfen!

    Gefällt 1 Person

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