Gegen den Zweifel / Das hast du verdient!

 
 
Das hast du verdient!
schrie er, nachdem er zuschlug.
Das hast du verdient!
 
 
*
 
 
Lange glaubten wir,
wir hätten nichts anderes
verdient – als Schläge!
 
 
*
 
 
Immer noch denken
wir zuweilen, wir hätten
das Unglück verdient!
 
 
*
 
 
Das hast du verdient!
sage ich mir heute, wenn
mir etwas gelingt!
 
 
*
 
 
Ein Gedicht gelingt?
Das habe ich mir verdient!
Fiel es mir nicht zu?
 
 
*
 
 
Ja und nein. Es fiel
mir sozuagen ins Wort –
in aller Stille.
 
 
*
 
 
Wenn ich glücklich bin,
sage ich mir: das hast du
dir redlich verdient!
 
 
*
 
 
Manchmal glaube ich
selbst nicht daran! Der Zweifel
nagt – an meinem Wort.
 
 
*
 
 
Bis zur Verzweiflung
unterhöhlt dann der Zweifel
all meine Worte!
 
 
*
 
 
Gegen den Zweifel
schrieb ich lange an. Gegen
sein nagendes Wort!
 
 
*
 
 
Er nagte an mir,
ja, er labte sich an mir
und meinen Worten!
 
 
*
 
 
Er sabotierte
all meine Worte, bis sie,
erschöpft, aufgaben!
 
 
*
 
 
Er unterhöhlte
und untergrub die Worte –
unterjochte mich!
 
 
*
 
 
Er verhöhnte mich –
und es schien kein Entrinnen
für mich zu geben!
 
 
*
 
 
Was immer ich schrieb:
Er schmälerte jedes Wort –
und machte es klein!
 
 
*
 
 
Dann zweifelte ich
an meinem Zweifel. Was nur
wollte er von mir?
 
 
*
 
 
Was willst du von mir?
fragte ich ihn. Wer bist du –
und was willst du hier?
 
 
*
 
 
Was machst du aus mir?
Ich dimme das Licht, sprach er.
das du nicht verdienst!
 
 
*
 
 
Gibt es nicht genug
Licht in deinem Leben? Glaubst
du, du verdienst: mehr?
 
 
*
 
 
Was willst du denn noch?
Was kannst du – mehr wollen? Was
glaubst du, wer du bist?
 
 
*
 
 
Das frage ich dich!
frage ich den Zweifel. Wer
bist du überhaupt?
 
 
*
 
 
Was willst du von mir?
Was hast du mir zu sagen?
Worum geht es hier?
 
 
*
 
 
Ich will dich schützen,
Liebes, lächelt der Zweifel,
vor Selbstüberschätzung!
 
 
*
 
 
Ich muß dich schützen,
fährt er fort, vor allem vor
der Öffentlichkeit!
 
 
*
 
 
Die Öffentlichkeit?
frage ich. Wer oder was
sollte das denn sein?
 
 
*
 
 
Das sind nur Menschen –
nur Menschen, die selbst an sich
zweifeln! Nur Menschen!
 
 
*
 
 
Ein jeder zweifelt!
Ein jeder hadert mit sich!
Du bist nicht: allein!
 
 
*
 
 
Gegen den Zweifel
kämpfen wir alle an – bis
wir ihn besiegen!
 
 
*
 
 
Niemals besiegen
wir ihn: ein für alle Mal!
Doch wir bleiben dran!
 
 
*
 
 
Und wir alle, die
wir zweifeln, hadern, kämpfen,
verdienen: das Glück!
 
 
*
 
 
Die Liebe, das Glück
– und nichts anderes! – haben
wir alle verdient!
 
 
*
 
 
Wir verdienen mehr
als Schläge, Schicksalsschläge,
Hader und Zweifel!
 
 
*
 
 
Wir verdienen: Glück!
Wir alle verdienen: Glück!
Du – genau wie ich!
 
 
*
 
 
Das hast du verdient!
sage ich mir nun, wenn ich
einmal glücklich bin!
 
 
*
 
 
Das hast du verdient:
die Liebe, das Licht, das Glück,
endlich heil zu sein!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 
 
 

 
 
Hannah

16.9.2018

2 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein

2 Antworten zu “Gegen den Zweifel / Das hast du verdient!

  1. Julia

    Ich freue mich sehr, diese Zeilen zu lesen. Ohh jaa, Liebe, Licht und Glück haben wir verdient! Jagen wir den Zweifel fort!! ❤

    Gefällt 1 Person

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