Der Engel der Nacht

 
 
Die Kerze flackert,
es regnet – und ein Sturm tobt
in der Dunkelheit!
 
 
*
 
 
Der Engel der Nacht
erscheint mir – durch das Rauschen
des Windes hindurch.
 
 
*
 
 
Im Regen erscheint
der Engel der Nacht, im Sturm,
in der Dunkelheit!
 
 
*
 
 
Bäume und Regen
rauschen. Alles rauscht: der Sturm,
der Regen, die Nacht!
 
 
*
 
 
Der Engel der Nacht
erscheint: im Rauschen, erscheint:
in der Dunkelheit!
 
 
*
 
 
Der Engel der Nacht
erscheint: in der Dunkelheit,
im Wasser, im Wort!
 
 
*
 
 
Die Kerze flackert,
die Regentropfen fallen
mir ins Notizbuch –
 
 
*
 
 
Immer schon liebte
ich den Regen, den Sturm – und
den Engel – der Nacht!
 
 
*
 
 
Was flüsterst du mir
durch den rauschenden Regen
zu – du, mein Engel?
 
 
*
 
 
Du flüsterst mir zu:
fürchte dich nicht! Fürchte nicht
deine Dunkelheit!
 
 
*
 
 
Fürchte nicht den Sturm,
nicht die Stürme des Herzens –
noch die der Seele!
 
 
*
 
 
Fürchte dich doch nicht!
flüsterst du mir zu – und ich
fürchte mich – nicht mehr!
 
 
*
 
 
Der Engel der Nacht
spricht sanfte, süße Worte –
doch er säuselt nicht!
 
 
*
 
 
Er spricht durch den Sturm,
spricht durch den Regen, die Nacht,
spricht: durch das Rauschen!
 
 
*
 
 
Berauschend, das Wort,
das ich empfange des nachts –
durch meinen Engel!
 
 
*
 
 
Fürchte dich nicht! spricht
der Engel der Nacht. Es wird
dir nichts geschehen!
 
 
*
 
 
Gerade im Sturm,
gerade in der dunklen
Nacht geschieht dir – nichts!
 
 
*
 
 
Nichts als die Worte
meines Engels, nichts als Licht
vernehme ich nun!
 
 
*
 
 
Und nein, ich fürchte
mich nicht, fürchte auch ihn nicht –
den Engel der Nacht!
 
 
*
 
 
Die Kerze flackert,
der Regen und die Worte
rauschen – und – fließen!
 
 
*
 
 
Eben noch bogen
sich die Bäume, eben noch
vernahm ich – dein Wort!
 
 
*
 
 
Du bist wie ein Baum,
sprachst du, biegsam und doch tief
und fest – verwurzelt!
 
 
*
 
 
Die Wurzel: dein Wort!
Der biegsame Zweig: dein Herz!
Der Wind: dein Engel!
 
 
*
 
 
Der Wind: ein Engel!
In der Dunkelheit: sein Licht!
Im Regen: sein Lied!
 
 
*
 
 
Fürchte dich nicht, spricht
der Engel – und verschwindet
im Dunkel der Nacht.
 
 
*
 
 
Und seine Worte
begleiten mich in den Schlaf –
wie Regen – und Wind!

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Hannah

5.1.2017

2 Kommentare

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