Aus der Nacht heraus / Am Rande der Nacht / Im Zenit der Nacht

 

I
 
 
 
Aus der Nacht heraus
führt mich nur das Wort – das ich
vergessen hatte!
 
 
*
 
 
Aus der Nacht heraus
führt mich nur das Wort! So tief,
sternlos war die Nacht!
 
 
*
 
 
Es gelang mir nicht,
über die Ränder der Nacht
hinauszusehen!
 
 
 
II
 
 
 
Nun gelingt es doch:
indem ich das Licht der Nacht
in Worte fasse!
 
 
*
 
 
Entlocke mir doch
ein Licht, einen Stern, ein Wort!
raunt die Nacht mir zu.
 
 
*
 
 
Entlocke der Nacht
den Glanz eines einzigen
Sternes, du, mein Wort!
 
 
 
III
 
 
 
Nun endet die Nacht
der Sprachlosigkeit. Es war
allerhöchste Zeit!
 
 
*
 
 
Am Rande der Nacht:
Mondlicht und Morgenröte.
Im Zentrum: das Wort!
 
 
*
 
 
Im Zenit der Nacht
leuchtet – sternengleich – das Wort!
Nacht des Erwachens!
 
 
 
IV
 
 
 
Und das Wort erwacht
in der Nacht meiner Seele:
leuchtend – wie der Tag!
 
 
*
 
 
Leuchtend wacht die Nacht!
Leuchtend erwachen Worte
wieder zum Leben!
 
 
*
 
 
Das leuchtende Wort
erhellt den Weg durch die Nacht.
Nur das Wort allein?
 
 
 
V
 
 
 
Zwischen den Zweigen
des alten Apfelbaumes
leuchtet: das Mondwort!
 
 
*
 
 
Ging es verloren?
Niemals ging es verloren –
zwischen den Zweigen!
 
 
*
 
 
Weshalb aber sah,
weshalb hörte ich es nicht?
Die Nacht umfing mich!
 
 
 
VI
 
 
 
Die Stille der Nacht
ist es, die zu mir spricht:
leise, süß und sanft.
 
 
*
 
 
Wie ein Wasserfall
entströmen die Worte der Nacht –
dem Meer des Tages.
 
 
*
 
 
Schwarz wie Samt: die Nacht,
doch hell: ihre Melodie.
Rauschend, hell und klar!
 
 
 
VII
 
 
 
Rauschend, berauschend:
das Lied dieser Nacht! Möge
es niemals enden!
 
 
*
 
 
Der Strom des Schweigens
wird mich wieder umhüllen!
Ja, das weiß ich doch!
 
 
*
 
 
Und doch werde ich
sie niemals mehr vergessen:
die Lieder der Nacht!
 
 
 
VIII
 
 
 
Entlocke der Nacht
ein einziges Licht, mein Wort!
Dann will ich ruhen!

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
Hannah

30.7.2017

3 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein

3 Antworten zu “Aus der Nacht heraus / Am Rande der Nacht / Im Zenit der Nacht

  1. Hallo Hanna
    sehr schöne Bilder und eine dichte Schwingung, ein sehr schönes Gedicht, die Nacht ist deinem Licht gewichen.

    Gefällt mir

  2. wenn Du dich auf die Nacht einläßt
    wirst du bald erkennen wie bunt sie ist

    wie bei einem Gemälde,
    erst wenn Du es annimmst
    öffnet sich die Tür

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s