Das Licht der Worte / Abends und nachts / Nur dies!

 
I
 
 
 
Schön sind die Tage
allein – doch die Abende
sind einsam – und kalt!
 
 
*
 
 
Schon wird es dunkel.
Die Sonne zieht sich hinter
die Hügel zurück.
 
 
*
 
 
Schon ruft das Käuzchen:
Was machst du hier – so allein?
Denken – und schreiben!
 
 
 
II
 
 
 
Der Himmel färbt sich
rosenfarben. Die Sonne
nimmt ihr Licht – zurück!
 
 
*
 
 
Zuhause sitzen
meine Lieben beim Essen.
Vermissen sie mich?
 
 
*
 
 
Ich vermisse sie –
doch bald werden sie hier sein.
Ich warte: schreibend.
 
 
 
III
 
 
 
Von meiner Warte
aus sehe ich die Sonne –
versinken! So schnell!
 
 
*
 
 
Viel zu schnell sinkt sie
hinter die Hügel. Der Wald
leuchtet: dunkelgrün.
 
 
*
 
 
Wenn das Sonnenlicht
verschwunden sein wird, werden
die Worte leuchten!
 
 
 
IV
 
 
 
Immer und immer
leuchtet mir das Wort! Das Wort
finde ich: blindlings!
 
 
*
 
 
Bevor die Sterne
erscheinen, entfache ich
ein Worte-Feuer!
 
 
*
 
 
Das Feuerholz fehlt!
Es ist bereits verfeuert!
Der Kamin bleibt: kalt!
 
 
 
V
 
 
 
Allein am Fenster
sehe ich die sinkende
Sonne: verschwinden!
 
 
*
 
 
Allein am Fenster
vermisse ich euch – doch bald
werdet ihr hier sein!
 
 
*
 
 
Allein am Fenster
fasse ich die Dunkelheit
ins Auge, ins Wort!
 
 
 
VI
 
 
 
Es ist dieser Blick
auf das Licht und das Dunkel,
der mich fasziniert!
 
 
*
 
 
Es ist dieser Blick –
der Anblick und der Ausblick –
der mir Frieden schenkt!
 
 
*
 
 
Es ist dieser Blick,
es ist die Stille, die mich
abends wärmt – und hält!
 
 
 
VII
 
 
 
Wie kann ein Blick, wie
kann die Stille mich halten –
oder mich wärmen?
 
 
*
 
 
Ich weiß nicht, wie –
Doch die Einsamkeit weicht nun
der Schönheit – der Nacht!
 
 
*
 
 
Die Einsamkeit weicht
vor der Schönheit des Abends
und der Nacht – zurück!
 
 
 
VIII
 
 
 
Schon löst sie sich auf –
und weicht diesem Wohlgefühl –
der Geborgenheit!
 
 
*
 
 
Allein am Fenster
singe ich das Lied der Nacht –
und das Sternenlied!
 
 
*
 
 
Zahllose Sterne
erscheinen: über dem Wald,
über den Hügeln!
 
 
 
IX
 
 
 
Sie leuchten bereits –
schon bevor sie sichtbar werden –
leuchten sie – im Wort!
 
 
*
 
 
Das Wort beleuchtet
alles – sichtbar, unsichtbar –
dich, mich, die Sterne!
 
 
*
 
 
Die Worte gleichen
der Sonne – doch sie werden
niemals untergehen!
 
 
 
XI
 
 
 
Morgens, Abends, Nachts
gehen die Worte mir auf –
und doch niemals: unter!
 
 
*
 
 
Dies unterscheidet
das Licht der Sonne vom Licht
der Worte! Nur dies!
 
 
*
 
 
Das Licht der Worte
leuchtet mir den Weg: Abends
und nachts: dieses Licht!

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 

 
 
 
Hannah

24.3.2017

2 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein

2 Antworten zu “Das Licht der Worte / Abends und nachts / Nur dies!

  1. Polly

    Eine sehr schöne, ein bisschen traurige, Ballade!!!!!
    liebe Hannah, genieß die Stille & Ruhe.

    Gefällt 1 Person

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