Briefe auf der Straße

Ich finde auf die Straße gefallene Briefe von Gott, ein jeder ist
mit dem Namen Gottes unterzeichnet,
Und ich lasse sie liegen, wo sie sind, denn ich weiß, wohin ich
auch gehe,
Andere werden pünktlich eintreffen, immer und ewig.

Walt Whitmann

 
Und weshalb lassen wir
sie ungeöffnet liegen?

Weil wir nicht glauben,
dass es Briefe sind?

Weil wir ihren Absender
nicht kennen?

Weil wir nicht glauben,
dass ausgerechnet wir

die Adressaten sind?
Weil wir vergessen,

dass die Straße
nur der Weg sein kann,

der weglose Weg,
um das Zenwort zu bemühen?

Oder weil wir,
wie Walt Whitmann, wissen,

dass, wohin wir auch gehen,
andere eintreffen werden,

pünktlich,
immer und ewig?

Weiser Walt Whitmann,
wieviel weiser

doch

als wir

 
 
 
25.2.2015

Hannah

Quelle: Walt Whitmann, Leaves of Grass, Hanser 2009, S. 118.

4 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein

4 Antworten zu “Briefe auf der Straße

  1. Pingback: Ich erblicke etwas von Gott… | Mystik aktuell

  2. Queen Mab

    Ich merke wie viele von diese Briefe Ich selbe liegen gelassen habe, vielleicht jetzt wird ich ermütigt eine oder der andere auf zu machen und lesen, wer weiß…?

    Gefällt 1 Person

  3. Hermann

    manche heben viel zu viele Briefe auf, lassen sich verwirren …

    Gefällt 1 Person

  4. Und, lieber Hermann, hast Du Dich auch schon mal verwirren lassen?
    Liebe Grüße, Hannah

    Liken

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